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17. Mai 2012

Schwester

"Töchterlein traurig" - hieß es letztens, als ich mein kleines großes Mädchen gerade auf den Arm nahm, um aus der Tür zu treten und zur Kita zu fahren.
"Warum bist Du traurig?"
"Schwester fehlt. Schwester gar nicht da. Is bin traurig."

Ich konnte nur schlucken und ein "Du musst nicht traurig sein, kleines Töchterlein" herauspressen. Ich habe das erste Mal in diesen Räumen das Wort "Schwester" so deutlich vernommen, ohne dass wir ihr wirklich konkret von ihrer Schwester erzählt haben. Und ich weiß ja nicht einmal genau, was gemeint war, was sie in der Kita aufgeschnappt hat und dennoch war ich tief berührt von den Worten meines Töchterleins. Dieses schöne Wort hat meine Seele gestreichelt. Ein trauriges aber so versöhnliches Gefühl. Merkwürdig ist das Leben doch manchmal.


23. März 2012

Und dann: Tränen

Ich möchte gern eine Kerze anzünden
und das Licht und die Wärme in den Süden Deutschlands schicken.
Meine Liebe, fühl Dich gedrückt. Ganz doll.

Stille.

19. Februar 2012

Alle Jahre wieder


Immer wieder im Februar
zeigen sich hier zarte weiße Blüten
erst eine, dann zaghaft zwei, drei mehr
nach einigen Tagen sind sie kaum mehr zählbar.
 
Wir bekamen diese Pflanze geschenkt ohne viel Worte. Von einer uns nahestehenden Person, die nichts zu sagen wusste zum Tod unserers ersten Töchterleins. Die nichts sagen konnte - wohl vor Betroffenheit. Es war ihre ganz eigene Art, Trost zu spenden. Anteil zu nehmen.
 

Seit diesen Tagen, jedes Jahr im Februar, erfreuen uns die unverhofften Blüten.

Als ich diese erste zarte Blüte entdeckte, "pünktlich" zum wiederkehrenden Jahrestag, war ich gerührt, vielleicht ein wenig ergriffen. Manchmal gibt es einfach schöne Dinge im Traurigsein. 

11. Februar 2012

Der 11. Februar 2009

veränderte unser Leben

riss mich aus allem, was mir vorher vertraut und so sicher schien
Unsere gemeinsame Zukunft - binnen einer Woche zerstört

Fallen
in scheinbar unendliche Tiefe
kein Netz zum Auffangen
Alles, was blieb, waren Wir
allein
ohne unser erstes Töchterchen standen wir hilflos vor dem Krankenhaus
entlassen ins Nichts
schwarz
leer, leer, leer
ohne Kind
allein
für mich unvorstellbar
eine Mutter ohne ihr Kind, das sie eben noch unter ihrem Herzen trug
der Schmerz nicht in Worte zu fassen
das Wiedersehen erst 2 Tage später
im kleinen Sarg
eingehüllt in mein Lieblingshalstuch
eine Ecke davon schnitt ich ab
behielt sie hier

Kleines erstes Töchterchen
mein Engel
Du fehlst

Du lehrtest uns Dankbarkeit für Winzigkeiten
Du lehrtest uns mit Tränen zu leben
Du lehrtest uns mit Trauer und unserem Schicksal umzugehen

Tränen werden uns begleiten
ein Leben lang

Du gehörst zu uns
ganz gleich wie fern Du sein magst
in unseren Herzen bist Du nah


Kleines Töchterchen

★ † 11. Februar 2009

Gott hat seinen Engeln
befohlen
dass sie dich behüten
Tag und Nacht
wohin Du auch gehst.

Deine Kerze mit dieser Aufschrift
begleitete uns
auf allen Wegen dieser schweren Tage
leuchtete, brannte jeden Abend
spendete Licht.

Leuchtet hier bis heute.